Was ist eine Blepharoplastik?
Je nach Veranlagung und Hauttyp kann es mit zunehmendem Lebensalter zu einem Erschlaffen der
Lidhaut, am häufigsten am Oberlid, kommen. Ebenso können eine erschlaffte Muskulatur oder eine
Fettvermehrung („Tränensäcke“) auftreten. Dies führt zu einer kosmetischen Beeinträchtigung, der
Gesichtsausdruck kann müde und abgespannt wirken.
Die Augenlidstraffung ('Blepharoplastik') ist eine Methode zur Entfernung von überschüssigem
oder überhängendem Haut- und Fettgewebe (z.T. auch Muskelgewebe) der Lider. Grundsätzlich ist es
bei einer Blepharoplastik möglich, sowohl die Unter- als auch die Oberlider zu operieren. Durch
eine Blepharoplastik wird der Gesichtsausdruck häufig jünger und frischer.
Um ein gutes kosmetische Ergebnis zu erhalten, muss manchmal aufgrund anatomischer Vorgaben eine
nicht symmetrische Schnittführung gewählt werden. Sowohl nicht symmetrische Abheilung, als auch
länger anhaltende Schwellungen der Ober- und/oder Unterlider können auftreten. Eine Garantie
eines bestimmten Ergebnisses kann nicht gegeben werden. Aufgrund der möglichen Schwellungen im
Lidbereich kann es sein, dass sich das endgültige Ergebnis erst nach längerer Zeit einstellt.
Ein wichtiges Prinzip bei der Blepharoplastik ist, dass lieber etwas zu wenig als zu viel Haut
entfernt wird. Dies muss ausdrücklich betont werden, da sonst ein unzureichender Lidschluss mit
Gefahr einer Austrocknung der Hornhaut oder (bei der Operation des Unterlides) ein hängendes
oder abstehendes Unterlid entstehen kann.
Krähenfüße“ oder andere Falten, dunkle Schatten unter den Augen oder nach unten hängende
Augenbrauen können durch die Blepharoplastik-Operation nicht korrigiert werden. Hier kommen
teilweise andere Methoden, wie z.B. Behandlung mit
Botulinumtoxin (Botox) in Betracht.
Die Blepharoplastik ist eine kosmetische Operation, die nicht von der gesetzlichen
Krankenversicherung übernommen wird. Die Operation wird nach der amtlichen Gebührenordnung für
Ärzte liquidiert und muss vom Patienten selbst getragen werden. Je nach Aufwand liegt der Betrag
zwischen 1100 und 1200 EUR für die Operation beider Augenlider (einschließlich Vor- und
Nachsorge).
Nach einem kosmetischen Eingriff können Sie nicht krank geschrieben werden.
Wann ist eine Blepharoplastik zu empfehlen?
Der Alterungsprozess der Lidregion wird von vielen Faktoren beeinflusst und kann auch schon
früh einsetzen. Schon ab dem 35. Lebensjahr können herabhängende Oberlider, eine erschlaffte
Muskulatur oder eine Fettvermehrung („Tränensäcke“) auftreten, besonders bei Menschen, die
sich viel der Sonne ausgesetzt haben oder erblich bedingt früh erschlaffendes Bindegewebe
aufweisen.
Eine Augenlidstraffung kann dieses Problem lösen. Der Eingriff ist allerdings nur für
Patienten geeignet, die gesund und psychisch stabil sind und realistische Erwartungen mit
dem Eingriff verbinden. Eine Blepharoplastik kann Ihr Erscheinungsbild verändern und Ihr
Selbstvertrauen erhöhen, aber sie wird kein perfektes Idealbild produzieren. Bevor Sie sich
für die Operation entscheiden, sollten Sie sorgfältig Ihre Erwartungen überdenken und mit
uns darüber sprechen.
Wie wird die Operation durchgeführt?
Die Operation wird bei örtlicher Betäubung durchgeführt, in unserer Praxis meistens an einem
Mittwoch. Wir operieren in der Regel nur die Oberlider. Die Hautschnitte werden den
natürlichen Linien Ihrer Augenlider folgend gesetzt: In der Falte der oberen Lider und
können bis zu den Lachfalten an den äußeren Ecken Ihrer Augen ausgedehnt werden.
Überschüssige oder herabhängende Haut wird entfernt, übermäßiges Fett beseitigt und
zusätzlich evtl. auch überschüssige Muskulatur entfernt. Der Wundverschluss erfolgt mit sehr
feinen Stichen, damit ein gutes kosmetisches Ergebnis erzielt wird. Ein Auge muss manchmal
durch einen festen Verband geschützt werden, das andere Auge bleibt offen oder aber beide
Augen bleiben offen (das ist die Regel). In seltenen Fällen können nicht beide Augen an
einem Termin operiert werden.
Welche Komplikationen können auftreten?
Kein ärztlicher Eingriff ist völlig frei von Risiken. Trotz größter Sorgfalt können während
oder nach dem Eingriff vereinzelt Komplikationen auftreten. Zu nennen sind:
häufig:
-
kleinere und größere Einblutungen (Blutergüsse, 'Veilchen'), die sich nach 2-3 Wochen
von selbst zurückbilden.
-
Taubheitsgefühl im Operationsbereich infolge der unvermeidbaren Schädigung von
Hautnerven.
Innerhalb von wenigen Monaten kommt es im Normalfall zur vollständigen Wiederherstellung
der Empfindlichkeit der Haut. Nur in Ausnahmefällen verbleibt ein leichtes
Taubheitsgefühl.
-
nach einer Operation der Oberlider wird sich die Stirnmuskulatur in den folgenden Wochen
oft entspannen, die Augenbraue kann dadurch etwas mehr nach unten sinken und Ihr
gewünschtes
Erscheinungsbild stören. Ein Augenbrauen- oder Stirnlifting kommt aber nur in
Ausnahmefällen
in Betracht (vermehrte Gefahr von Taubheitsgefühlen!)
-
Rötung an der Schnittlinie: Dies ist eine normale Kapillareinsprossung im OP Bereich und
kann je nach Hauttyp und Hautdicke bis zu 6 Monate sichtbar sein.
selten:
-
stärkere Blutungen, die meist sofort gestillt werden können.
-
Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betäubungsmittel. Sie äußern sich z.B. als Brechreiz,
Juckreiz oder Hautausschlag und klingen in den meisten Fällen von selbst wieder ab.
-
länger anhaltende Schwellungen und Rötungen der Lider. Diese sind nicht gut vorhersehbar
und von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Ebenso kann es im Operationsgebiet in der
Heilungsphase zu kleinen Zysten kommen, die z.B. mittels Laser entfernt werden können.
-
Wundheilungsstörungen und Narbenbildung, die vor allem dann auftreten, wenn der Patient
raucht, an Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus oder einer Immunschwäche leidet.
-
Infektionen der Wunde, die mit antibiotischen Salben behandelt werden müssen.
-
erforderlicher zweiter Eingriff: in einigen Fällen verbleibt trotz größter Sorgfalt
noch Restfett, das ggf. später entfernt werden muss. Auch kann es am Unterlid durch
Heilungsstörungen oder Narbenzug zu einer Auswärtswendung des Lides kommen. Ein
dauerhafter unzureichender Lidschluss kann selten einen Zweiteingriff mit
Hautverpflanzung
nötig machen.
-
meist vorübergehend kann ein vermehrtes Trockenheitsgefühl der Augen auftreten, so dass
nachbenetzende Tropfen nötig sind (nach Operation des Oberlides durch verminderten
Lidschluss, am Unterlid durch leichte Auswärtswendung der Lidkante).
äußerst selten:
-
Infektionen mit schmerzhaften Eiteransammlungen, die operativ behandelt werden müssen.
-
Blutungen in die Augenhöhle, hinter den Augapfel oder Verschlüsse zentraler Augen- und
Sehnervengefäße durch Injektionen sowie Infektionen und Medikamentenwirkungen können
zu Sehstörungen bis hin zum Sehverlust führen.
-
allergischen Reaktionen im Bereich von Haut, Schleimhaut, Herz, Kreislauf oder Nieren
(z.B. Schleimhautschwellung im Kehlkopf, Asthmaanfälle, Kreislaufkollaps oder Schock),
die eine stationäre Behandlung erfordern und in Einzelfällen lebensbedrohlich sein
können.
Was müssen Sie nach der Operation beachten?
Nach der Operation werden die Wunden durch Salben und in Ausnahmefällen durch einen Verband
geschützt. Eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr ist daher erst wieder am nächsten Tag
möglich. Ihre Augenlider können sich noch straff und wund anfühlen. Sollten Sie starke
Schmerzen haben, rufen Sie uns bitte sofort an. Sie sollten zur Verminderung der
Schwellungen und Reduzierung von Blutergüssen kalte Kompressen über mehrere Stunden nach der
Operation und am nächsten Tag verwenden. Am Tag nach der Operation wird ein evtl. Verband
entfernt und es erfolgt die unbedingt notwendige erste postoperative Kontrolle. Die Fäden
werden nach ca. 10 Tagen entfernt. Die meisten Patienten sind imstande, innerhalb einiger
Tage zur Arbeit zu gehen. Allerdings wird es Ihnen für ca. zwei Wochen nicht möglich sein,
Kontaktlinsen zu tragen. Sie sollten für einige Wochen Wind und andere Reizungen vermeiden
und bei Sonne eine Sonnenbrille mit 100 % UV A- und UVB-Filtern tragen. Es ist besonders
wichtig, in den ersten Tagen sportliche Aktivitäten zu vermeiden, da Ihr Blutdruck dadurch
ansteigen und es zu Nachblutungen kommen kann.