Blepharoplastik (Augenlidstraffung bei Blepharochalasis)

Was ist eine Blepharoplastik ?item7

Je nach Veranlagung und Hauttyp kann es mit zunehmendem Lebensalter zu einem Erschlaffen der Lidhaut, am häufigsten am Oberlid, kommen. Ebenso können eine erschlaffte Muskulatur oder eine Fettvermehrung („Tränensäcke“) auftreten. Dies führt zu einer kosmetischen Beeinträchtigung, der Gesichtsausdruck kann müde und abgespannt wirken.

Die Augenlidstraffung ('Blepharoplastik') ist eine Methode zur Entfernung von überschüssigem oder überhängendem Haut- und Fettgewebe (z.T. auch Muskelgewebe) der Lider. Grundsätzlich ist es bei einer Blepharoplastik möglich, sowohl die Unter- als auch die Oberlider zu operieren. Durch eine Blepharoplastik wird der Gesichtsausdruck häufig jünger und frischer.

Um ein gutes kosmetische Ergebnis zu erhalten, muss manchmal aufgrund anatomischer Vorgaben eine nicht symmetrische Schnittführung gewählt werden. Sowohl nicht symmetrische Abheilung, als auch länger anhaltende Schwellungen der Ober- und/oder Unterlider können auftreten. Eine Garantie eines bestimmten Ergebnisses kann nicht gegeben werden. Aufgrund der möglichen Schwellungen im Lidbereich kann es sein, dass sich das endgültige Ergebnis erst nach längerer Zeit einstellt.

Ein wichtiges Prinzip bei der Blepharoplastik ist, dass lieber etwas zu wenig als zu viel Haut entfernt wird. Dies muss ausdrücklich betont werden, da sonst ein unzureichender Lidschluss mit Gefahr einer Austrocknung der Hornhaut oder (bei der Operation des Unterlides) ein hängendes oder abstehendes Unterlid entstehen kann.

„Krähenfüße“ oder andere Falten, dunkle Schatten unter den Augen oder nach unten hängende Augenbrauen können durch die Blepharoplastik-Operation nicht korrigiert werden. Hier kommen teilweise andere Methoden, wie z.B. Behandlung mit Botulinumtoxin („Botox“) in Betracht.

Die Blepharoplastik ist eine kosmetische Operation, die nicht von der gesetzlichen Kranken-versicherung übernommen wird. Die Operation wird nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte liquidiert und muss vom Patienten selbst getragen werden. Je nach Aufwand liegt der Betrag zwischen 800 und 900 € für die Operation beider Augenlider (einschließlich Vor- und Nachsorge).

Nach einem kosmetischen Eingriff können Sie nicht krank geschrieben werden.

Wann ist eine Blepharoplastik zu empfehlen?

Der Alterungsprozess der Lidregion wird von vielen Faktoren beeinflusst und kann auch schon früh einsetzen. Schon ab dem 35. Lebensjahr können herabhängende Oberlider, eine erschlaffte Muskulatur oder eine Fettvermehrung („Tränensäcke“) auftreten, besonders bei Menschen, die sich viel der Sonne ausgesetzt haben oder erblich bedingt früh erschlaffendes Bindegewebe aufweisen.

Eine Augenlidstraffung kann dieses Problem lösen. Der Eingriff ist allerdings nur für Patienten geeignet, die gesund und psychisch stabil sind und realistische Erwartungen mit dem Eingriff verbinden. Eine Blepharoplastik kann Ihr Erscheinungsbild verändern und Ihr Selbstvertrauen erhöhen, aber sie wird kein perfektes Idealbild produzieren. Bevor Sie sich für die Operation entscheiden, sollten Sie sorgfältig Ihre Erwartungen überdenken und mit uns darüber sprechen.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Die Operation wird bei örtlicher Betäubung durchgeführt, in unserer Praxis meistens Dienstags. In der Regel werden die Hautschnitte den natürlichen Linien Ihrer Augenlider folgend gesetzt: In der Falte der oberen Lider und unter den Wimpern der Unterlider. Diese Einschnitte können bis zu den Lachfalten an den äußeren Ecken Ihrer Augen ausgedehnt werden. Überschüssige oder herabhängende Haut wird entfernt, übermäßiges Fett beseitigt und zusätzlich evtl. auch überschüssige Muskulatur entfernt. Der Wundverschluss erfolgt mit sehr feinen Stichen, damit ein gutes kosmetisches Ergebnis erzielt wird.

Ein Auge wird durch einen festen Verband geschützt, das andere Auge bleibt offen und wird mit einer antibiotischen Augensalbe geschützt. In seltenen Fällen können nicht beide Augen an einem Termin operiert werden.

Welche Komplikationen können auftreten?

Kein ärztlicher Eingriff ist völlig frei von Risiken. Trotz größter Sorgfalt können während oder nach dem Eingriff vereinzelt Komplikationen auftreten. Zu nennen sind:

häufig

  • kleinere und größere Einblutungen (Blutergüsse, 'Veilchen'), die sich nach 2-3 Wochen von selbst zurückbilden.
  • Taubheitsgefühl im Operationsbereich infolge der unvermeidbaren Schädigung von Hautnerven. Innerhalb von wenigen Monaten kommt es im Normalfall zur vollständigen Wiederherstellung der Empfindlichkeit der Haut. Nur in Ausnahmefällen verbleibt ein leichtes Taubheitsgefühl.
  • nach einer Operation der Oberlider wird sich die Stirnmuskulatur in den folgenden Wochen oft entspannen, die Augenbraue kann dadurch etwas mehr nach unten sinken und Ihr gewünschtes Erscheinungsbild stören. Ein Augenbrauen- oder Stirnlifting kommt aber nur in Ausnahmefällen in Betracht (vermehrte Gefahr von Taubheitsgefühlen!)

selten

  • stärkere Blutungen, die meist sofort gestillt werden können.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betäubungsmittel. Sie äußern sich z.B. als Brechreiz, Juckreiz oder Hautausschlag und klingen in den meisten Fällen von selbst wieder ab.
  • länger anhaltende Schwellungen und Rötungen der Lider. Diese sind nicht gut vorhersehbar und von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Ebenso kann es im Operationsgebiet in der Heilungsphase zu kleinen Zysten kommen, die z.B. mittels Laser entfernt werden können.
  • Wundheilungsstörungen, die vor allem dann auftreten, wenn der Patient raucht, an Durch-blutungsstörungen, Diabetes mellitus oder einer Immunschwäche leidet.
  • Infektionen der Wunde, die mit antibiotischen Salben behandelt werden müssen.
  • erforderlicher zweiter Eingriff: in einigen Fällen verbleibt trotz größter Sorgfalt noch Restfett, das ggf. später entfernt werden muss. Auch kann es am Unterlid durch Heilungsstörungen oder Narbenzug zu einer Auswärtswendung des Lides kommen.
  • meist vorübergehend kann ein vermehrtes Trockenheitsgefühl der Augen auftreten, so dass nachbenetzende Tropfen nötig sind (nach Operation des Oberlides durch verminderten Lidschluss, am Unterlid durch leichte Auswärtswendung der Lidkante).

äußerst selten

  • Infektionen mit schmerzhaften Eiteransammlungen, die operativ behandelt werden müssen.
  • Blutungen in die Augenhöhle, hinter den Augapfel oder Verschlüsse zentraler Augen- und Sehnervengefäße durch Injektionen sowie Infektionen und Medikamentenwirkungen können zu Sehstörungen bis hin zum Sehverlust führen.
  • allergischen Reaktionen im Bereich von Haut, Schleimhaut, Herz, Kreislauf oder Nieren (z.B. Schleimhautschwellung im Kehlkopf, Asthmaanfälle, Kreislaufkollaps oder Schock), die eine stationäre Behandlung erfordern und in Einzelfällen lebensbedrohlich sein können.

Was müssen Sie nach der Operation beachten?

Nach der Operation werden die Wunden durch Verbände oder Salben geschützt. Eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr ist daher erst wieder am nächsten Tag möglich. Ihre Augenlider können sich noch straff und wund anfühlen. Sollten Sie starke Schmerzen haben, rufen Sie uns bitte sofort an. Sie sollten zur Verminderung der Schwellungen und Reduzierung von Blutergüssen kalte Kompressen über mehrere Stunden nach der Operation verwenden. Am Tag nach der Operation wird der Verband entfernt und es erfolgt die unbedingt notwendige erste postoperative Kontrolle. Die Fäden werden nach ca. 10 Tagen entfernt. Die meisten Patienten sind imstande, innerhalb einiger Tage zur Arbeit zu gehen. Allerdings wird es Ihnen für ca. zwei Wochen nicht möglich sein, Kontaktlinsen zu tragen. Sie sollten für einige Wochen Wind und andere Reizungen vermeiden und bei Sonne eine Sonnenbrille mit 100 % UV A- und UVB-Filtern tragen. Es ist besonders wichtig, in den ersten Tagen sportliche Aktivitäten zu vermeiden, da Ihr Blutdruck dadurch ansteigen und es zu Nachblutungen kommen kann.

Dr. med. J. Brandi-Dohrn

Praxis für Augenheilkunde

Hegaustraße 14

78224 Singen

Tel.: 07731 - 66550

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